21:16 Auswärtsniederlage bei Witten-Annen

Trotz teils herausragender Einzelleistungen hat unsere Mannschaft am Samstag 21:16 bei Sport-Union Witten-Annen verloren — zu groß war die Anzahl der verletzungsbedingten Ausfälle. An diesem Wochenende fehlte erstmals auch Top-Scorer Vahram Khachatryan mit Schulterproblemen.
Selbst in dieser Konstellation wäre bei einem etwas glücklicherem Verlauf für die Eintracht ein Sieg oder ein unentschieden drin gewesen.
Im Schwergewicht (130 kg Freistil) brachte Max Otto gerade so das Mindestgewicht von 86 kg auf die Waage, sein Gegner Dimitrios Akriditidis satte 106 kg.
Das Duell gab es schon in der Vorsaison, wieder ist es Max Ziel den Hünen müde zu ringen und in der zweiten Runde den Kampf zu entscheiden.
Es sieht nach einer knappen Pausenführung aus, doch kurz vor Rundenende wagt Akriditidis einen Beinangriff. Das hat Max antizipiert, kippt ihn sofort auf und klemmt die Schulter des Witteners unter seiner Hüfte ein. Der wird doch nicht… doch! Schultersieg für Max Otto 8 Sekunden vor Ablauf der Rundenzeit! Spitzen Kampf!
Majid Ostadghaderi (86 kg Freistil) trifft auf Kevin Barbe. In diesem Kampf ist er Favorit, aber wir rechnen mit einem harten Stück Arbeit. Barbe ist körperlich stark, fast sieht es aus als wäre genau das in diesem Kampf sein Problem. Immer wieder lässt Majid ihn ins Leere laufen, kommt gut zu Beinangriffen und macht im Boden nahtlos weiter. Er siegt hier tatsächlich mit 15:0 noch in der ersten Runde! Saisonbestleistung!
Der Kampf von Mansur Baitazaev (61 kg Freistil) läuft ganz ähnlich. Auch er siegt nach 4 Minuten 15:0.
Ebrahim Eshaghi macht ebenfalls einen tollen Kampf. Gegen Pascal Wittke geht er sehr agil zu Werke und lässt dem Gastgeber keine Atempause. In der zweiten Runde holt er vier Punkte mit einem blitzschnellen Hüftangriff und mit der nächsten Aktion das 15:0 und seinen 5. Saisonsieg.
Hinzu kommen drei sehr knappe Niederlagen für die Eintracht, die das Kampfergebnis in eine andere Richtung hätten lenken können.
Es ist eigentlich ein dankbarer Abend für einen Kampfrichter, denn beide Mannschaften begegnen sich ausgesprochen fair und respektvoll. Aber in eben diesen drei knappen Kämpfen waren Fehlentscheidungen und mangelnde Aufmerksamkeit des Schiedsrichters mitendscheidend.
Wolfgang Hellebrandt (98 kg Greco) unterliegt Nick Jacobs in einem ereignisarmen Kampf 2:1. In der ersten Runde kann Wolle Jacobs im Bodenkampf abfangen. Das muss 2 Punkte geben, er bekommt aber nur die 1. Bei einem 2:2 hätte Wolle den Kampf durch die höhere Wertung gewonnen.
Purya Jamali (71 kg Freistil) wird gegen Kyrylo Sharapov in der ersten Runde passiv gestellt. Kann man so oder so entscheiden, ist in Ordnung. In die zweite Runde startet er mit viel Energie, kommt von außen ans Bein, Sharapov kann das mit Mühe und Not verteidigen. Direkt im Anschluss wird Purya wieder passiv gestellt. Kannste keinem erzählen!
Am Ende gewinnt Sharapov das Duell mit 2:1.
Vor dem letzten Kampf steht es 20:16 für die Gastgeber. Ein Unentschieden ist noch möglich. Dafür müsste Salakhuddin Bulhakov allerdings Sakhil Hiulmamedov vorzeitig besiegen, der ihn noch in der Hinrunde 15:0 geschlagen hat. Doch in der kurzen Zeit, die seitdem vergangen ist, hat Salakhuddin viel Erfahrung und Selbstbewusstsein getankt und Hiulmamedov wirkt etwas angeschlagen. Dennoch kommt er früh zu einem Beinangriff und arbeitet Salakhuddin zum Mattenrand doch der zieht aus dem Druck seines Gegners eine Schleuder und holt die ersten 4 Punkte. Von da an scheint alles möglich.
Zur Pause führt Salakhuddin 9:2. Immer wieder muss Hiulmamedov Verletzungsunterbrechungen nehmen. Der Kampfrichter agiert jetzt sehr fahrig, sorgt nicht dafür, dass die Verletzungszeit mitläuft, gibt Hiulmamedov eine 4 statt einer 2, gibt als Hiulmamedov sich über den Rücken abdreht und ins Aus rettet gar keine Punkte für Salakhuddin. Am Ende bleiben dem Wittener noch 17 Sekunden Verletzungszeit — eigentlich wäre die längst abgelaufen und der Kampf beendet. Es steht 18:10 für Salakhuddin. Ein letztes Mal greift er an, er muss ja, und das weiß auch Hiulmamedov der diesmal erfolgreich kontert und auch noch im Boden dreimal dreht. Es steht 18:18, letzte Wertung und Sieg für Hiulmamedov.
Für sich allein hätte Salakhuddin hier sehr sicher gewonnen, aber er musste darüber hinaus gehen, um für sein Team noch etwas herauszuholen. Das er dafür mit einer Niederlage bestraft wird ist nicht gerecht. Im Gegenteil kann er sehr stolz auf seinen kompromisslosen Einsatz sein!
Für den neutralen Zuschauer war das mit Sicherheit ein toller Kampfabend, für uns aber in der Entstehung und im Ergebnis bitter.
Nächsten Samstag kommt der Tabellenletzte Konkordia Neuss nach Kornelimünster (19:30 Uhr, Sporthalle Inda-Gymnasium). Da können wir unserem Ärger in sportlicher Manier Luft machen!
Seid dabei! Wir zählen auf eure Unterstützung! 💪💙💛